E-Learning Pilotprojekte 2017

Das E-Learning Zentrum freut sich, zwischen Sommersemester 2017 und Wintersemester 2017/18 fünf Pilotprojekte zu betreuen. Dabei ist jede Fakultät durch mindestens ein Pilotprojekt vertreten. Die Spannbreite der didaktischen Ansätze reicht vom forschenden Lernen mit digitalen Medien über das problembasierte Lernen mit digitalen Medien bis hin zu Ansätzen die ein Moodle-basiertes selbstgesteuertes Lernen ermöglichen. Diese Pilotprojekte stellen einen wichtigen Schritt zum Ausbau und der Verstetigung der technisch-didaktischen Infrastruktur für ein zeitgemäßes und innovatives E-Learning an der Hochschule Rhein-Waal dar.

Forschendes Lernen mit digitalen Medien: „Elective Consumer Psychology“
In der Lehrveranstaltung „Elective Consumer Psychology“ des Studiengangs Bachelor IBSS & Bachelor Psychology werden ca. 35 Studierende von Prof. Dr. Heun über einen sogenannten Seminarblog betreut. Der Seminarblog stellt eine WordPress-basierte Lehr-/Lernplattform dar, die es ermöglicht, dass die Studierenden ihren Prozess des forschenden Lernens online zu organisieren und zu dokumentieren. Im Rahmen der Lehrveranstaltung lernen die Studierenden Konzepte (Theorien) und Methoden aus dem Bereich der Psychologie kennen und wenden diese Ansätze in einem studentischen Forschungsprozessen an. Neben einer Impulsphase (u.a. Entwicklung einer Forschungsfrage) forschen die Studierenden selbstständig und treten anlassbezogen und zu definierten Zeitpunkten mit dem Lehrenden in Kontakt.

Moodle-basierte Selbstlerneinheit: „BA Workshop Scientific Writing“
Im Rahmen der Lehrveranstaltung „BA Workshop Scientific Writing“ von Prof. Dr. Torsten Niechoj wird eine Moodle-basierte Selbstlerneinheit mit interaktiven Elementen entwickelt. Thema der Einheit ist das richtige Zitieren im sozialwissenschaftlichen Kontext. Die Lehrveranstaltung wird jedes Jahr von etwa 50 Studierenden besucht, die sich im Bachelorstudiengang International Business and Social Sciences (Kamp-Lintfort) auf das Schreiben der BA-Arbeit vorbereiten. Die Selbstlerneinheit soll das im Studium angeeignete Wissen auffrischen, womit in der Präsenzlehre mehr Raum für vertiefende und weiterführende Fragen der Studierenden geschaffen wird. Bewährt sich die Lehreinheit didaktisch und wird sie von den Studierenden gut angenommen, ist geplant weitere Lerneinheiten für die Lehrveranstaltung zu entwickeln, die sich mit weiteren Aspekten des wissenschaftlichen Schreibens beschäftigen. Didaktisch besteht die Herausforderung darin, auch in der digitalen Fassung Raum für Feedback und Ambiguitäten zu schaffen. Technisch ist die Umsetzung gleichfalls nicht trivial, da eine in die etablierte Moodle-Plattform integrierte Lösung gefunden werden muss, die es erlaubt, Textantworten der Studierenden zu analysieren und mit einem passgenauen Feedback zu versehen sowie aus einem Aufgabenpool zufallsgesteuert Fragen zu vorgegebenen Themenbereichen zu ziehen.

Problembasiertes Lernen mit digitalen Medien: „Agricultural Extension and Consulting”
In dem von Prof. Dr. Darr betreuten Modul „Agricultural Extension and Consulting” des Studiengangs „Bachelor Agribusiness“ setzen sich ca. 45 Studierende im Sinne eines fallbezogenen problembasierten Lernens realitätsnah mit den Herausforderungen ihres künftigen Tätigkeitsfeldes auseinander. Dabei beschränkt sich das Pilotprojekt auf die im Modul verankerte Übung. Jede Woche durchlaufen studentische Arbeitsgruppen anhand von Fallstudien einen Problemlösungsprozess, in dem sie die sozioökonomische Lage eines Unternehmens analysieren und Handlungsoptionen identifizieren. Die Übung wird in Gruppen von ca. 4-6 Studierenden bearbeitet. Für die Fallstudien werden audio-visuelle Elemente entwickelt, um eine multimediale Präsentation des Kontexts zu ermöglichen – z.B. Unternehmensdaten, sozio-kultureller Hintergrund der dargestellten Unternehmerfamilie, Video- und Fotoaufnahmen des Landwirts/ Unternehmers, der sein Problem/ die zu treffende Entscheidung schildert.

Moodle-basierte Selbstlerneinheiten: „System Identification and Optimal Control“
Im Rahmen der Lehrveranstaltung „System Identification and Optimal Control“ im Studiengang Master Mechanical Engineering von Prof. Dr.-Ing. Dirk Nissing, wird für ca. 30 Studierende eine onlinebasierte Erfassung des aktuellen Kenntnisstandes und darauf aufbauende bedarfsorientierte Wissensvermittlung implementiert. Die Quizze werden automatisch ausgewertet, so dass die Studierenden umgehend ein individuelles Feedback erhalten. Aufbauend auf der Wissensstandsanalyse sollen die Studierenden onlinebasiert Lerneinheiten durcharbeiten, mit denen sie ihren Wissensstand ausbauen und erweitern können. Die leitende Zielsetzung besteht darin, dass der Wissensstand unter allen Studierenden weitestgehend synchron ist. Um dies zu realisieren werden im Vorfeld des Wintersemesters 2017/18 mit dem E-Learning Zentrum Lerneinheiten und Wissensquizze entwickelt. Eine Herausforderung des Pilotprojekts besteht darin, eine Moodle-basierte technische Lösung zu finden, die es ermöglicht passgenau an den Wissensstand anschließende Lerneinheiten anzubieten.

Vorlesungsaufzeichung & Moodle-basierte Assessment-Prozesse
Das bereits bestehende Projekt von Prof. Dr. Sickmann unter Mitwirkung der Professoren Alkas, Bauer und Müller wird von Herrn Roemaat koordiniert und durch das E-Learning Zentrum didaktisch begleitet: Im Rahmen des Studiengangs „Master Economics and Finance“ werden für mehrere Erstsemester- Lehrveranstaltungen mit ca. 30 – 60 Studierenden E-Lectures produziert. In einer ersten bereits umgesetzten Phase wurden hierzu Vorlesungen aufgezeichnet und professionell nachbearbeitet. Diese dienen einer großen Anzahl internationaler Studierender, die sich erst spät im Semester in Kleve einschreiben können, als Arbeitsmaterial zur selbstständigen Nacharbeitung des Vorlesungsstoffes. In einer zweiten Phase, die im laufenden Semester vorbereitet und im WS 17/18 umgesetzt wird, werden für eine ausgewählte Vorlesung in einem Piloten diese E-Lectures als Lernimpulse eingesetzt. Flankiert werden diese Lernimpulse durch Moodle-basierte Assessment-Prozesse. Studierende können durch die E-Lectures dezentral auf relevante Wissensressourcen zurückgreifen. Anhand von `ökonomischen Experimenten´ setzen sich die Studierenden lösungsorientiert mit zentralen Fragestellungen auseinander. Diese Fragestellungen werden im Zuge von Assessment-Prozessen und Peer-Feedbackprozessen diskutiert und in einer finalen Feedbackschleife von einer Lehrperson kommentiert:

  1. Stufe: Self-Assessment via Reflexionsportfolio;
  2. Stufe: Peer-Assessment via konstruktivem Feedback;
  3. Stufe: Expert-Assessment via konstruktivem Feedback.

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